IN DER GRAFT SIND JETZT DIE BIENEN LOS

Ab sofort ist unser Bienen-Lehrpfad eröffnet und Sie können sich über die Lebensweise der Honig- und Wildbienen sowie ihre unersätzliche Bedeutung für die Natur und uns Menschen informieren.

Hier erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene, was Nachhaltigkeit bedeutet. Die Botschaft unseres Lehrpfades ist einfach: Zusammenhänge verstehen, Fähigkeiten und Stärken vertiefen und schließlich mit Verantwortung handeln.

 

Insgesamt befinden sich sechs Bienenvölker sowie ein Bienen-Schaukasten auf dem Gelände.

Zusätzlich werden wir noch in diesem Jahr mehrere klassische Bienenkörbe (Lüneburger Stülper) mit Honigbienen besiedeln. Hier dürfen die Bienen selbst bauen, wir lassen Naturwabenbau zu. Die Körbe sind so groß, dass  Königin und Volk viel Platz haben. Zusätzlich haben die Bienen keinen Stress durch Wanderungen. Die Behausungen bleiben dort wo sie sind.

 

Neben zahlreichen Informationstafeln über die Honigbiene und ihre ökonomische sowie ökologische Bedeutung befindet sich auch eine große Nistwand für Wildbienen in dem Garten, denn leider werden die Nistmöglichkeiten immer seltener, da Flächen versiegelt und typische Nistorte wie Totholz aus Gärten, Parks und Wäldern entfernt werden. Hier bieten wir den Wildbienen Nistmöglichkeiten an und zeigen, wie einfach es ist, auch im eigenen Garten oder Balkon, Nisthilfen für Wildbienen bereit zu stellen.

 

Der Bienenlehrpfad ist von Mai bis September jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Sie können ohne Voranmeldung einfach vorbeikommen und unser Imker Uwe Roselieb wird Ihnen die Welt der Bienen fachkundig erklären.

 

Für Gruppen und Schulklassen sind auch individuelle Besuche möglich.

Die Termine können Sie unter Telefon  (0176) 83069425 mit Herrn Roselieb vereinbaren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DEN BIENEN UNTER DIE FLÜGEL GREIFEN

Die Honigbiene gibt es bereits seit 40 Millionen Jahren auf der Erde. Sie ist nicht nur überlebenswichtig für Mensch und Natur, sondern auch ein sehr facettenreiches und faszinierendes Nutztier. Als Blütenbestäuber gehört sie sicherlich zu unseren wichtigsten Nutztieren. Mehr als 90 Prozent aller Blühpflanzen sind zu ihrer Vermehrung auf Insekten, wie z.B. Bienen, angewiesen. Unter allen Bestäubern spielt die Honigbiene die größte ökologische Rolle, denn fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene  bestäubt. Die restlichen 20 Prozent werden von Hummeln, Fliegen, Wildbienenarten, Schmetterlingen und anderen Insekten erledigt.

Die Honigbiene ist bei uns nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier. Ihre Bestäubungsleistung sichert uns die Vielfalt an Nahrungsmitteln und ist damit hauptverantwortlich für gute Ernten und ökologische Artenvielfalt.

Von 100 Pflanzenarten, die über 90 Prozent der Nahrung der Menschen sicherstellen, werden Beobachtungen zufolge 71 von Bienen bestäubt. Weltweit liegt die Wertschöpfung der Biene bei ca. 265 Milliarden Euro. In Deutschland wird der volkswirtschaftliche Nutzen auf 2,7 Milliarden Euro geschätzt.

 

Die Honigbiene ist aus dem Leben der Menschen nicht wegzudenken und durch keine Technik zu ersetzen, jedoch ist der Bestand der Bienen seit Jahren in Gefahr.

 

• 2007 starben 90 % aller Bienenvölker in den USA

• 53 % der europäischen Bienenvölker starben in den vergangenen Wintern

• 2012/2013 starben 25 % der Bienenvölker in Deutschland

• Um 85 % ging im Nahen Osten die Bienenpopulation zurück

 

Das Bienensterben hat vielfältige Ursachen. In der Wissenschaft ist dieses Thema noch nicht abschließend geklärt, jedoch gibt es eine gewisse Einigkeit darin, dass es ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren ist, das zu einem vermehrten Bienensterben führen kann:

 

1. Moderne Landwirtschaft

Der zunehmende Aufbau von Monokulturen und die Reduktion von landwirtschaftlichen Flächen vermindert die Vielfalt des Nahrungsangebots für Bienen. Wie auch wir Menschen brauchen Bienen eine vielseitige Ernährung – das macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Oft blühen die einseitig angepflanzten Nutzpflanzen nur kurze Zeit und lassen die Bienen das restliche Jahr über Hunger leiden. Auch private „ordentliche“ grüne Gärten ohne Blumen oder nur mit Zierpflanzen bieten unseren Bienen keine Nahrung.

Der Einsatz von Pestiziden in der Agrarwirtschaft macht den Bienen ebenfalls zu schaffen. Diese Giftstoffe wirken sich nicht nur auf den Honig aus, sondern beeinflussen darüber hinaus das Nervensystem der Insekten und ihre natürliche Orientierungsfähigkeit und können ihre Lebensdauer und Fortpflanzung beeinträchtigen.

 

2. Viren und Krankheitserreger

In der Regel kommt ein gesundes Bienenvolk mit den meisten Krankheiten zurecht. Die Varroamilbe jedoch befällt die Bienen und kann sie stark schwächen. Der winzige Parasit vermehrt sich auf der Brut, ernährt sich vom Blut der Bienen und überträgt über die Bisswunden weitere Krankheitserreger, sodass sich besonders gefährliche Viren-Varianten verbreiten und viele Völker schnell auslöschen. Forscher haben die Varroamilbe als Hauptursache für ein Bienensterben identifiziert.

 

3. Klimawandel

Auch der zunehmende Klimawandel kann Bienen gehörig aus dem Gleichgewicht bringen. Vorgezogene Blütenphasen, lange Wärmeperioden im Winter oder starke plötzliche Temperaturveränderungen zehren an den Energievorräten, machen sie anfälliger für die Varroamilbe und bringen ihren gesamten Kreislauf ins Wanken. Diese Faktoren können es unseren Bienen ebenfalls schwer machen, in Zukunft gut zu überleben.

 

Das Bienensterben betrifft nicht nur die Honigbienen.

Mindestens ebenso stark ist das Überleben der Wildbienen bedroht. Dabei spielen sie eine ebenso wichtige Rolle in der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Wildbienen sind für die ökologische Artenvielfalt von Pflanzen unerlässlich, da sie nicht nur zu deren Fortpflanzung beitragen, sondern diese durch ihre Spezialisierung einiger Wildbienen erst ermöglichen. Viele der für die menschliche Ernährung wichtigen Kulturpflanzen wie Äpfel, Birnen, Beeren und Tomaten sind von der Bestäubung abhängig.

Die Hummel z.B. (auch eine Wildbiene) ist sogar bei schlechtem Wetter ein verlässlicher Bestäuber. Sie beginnen im Frühling ihre Arbeit früher als die Honigbiene und auch im Herbst fliegen sie länger aus. Selbst kühlere Temperaturen und leichter Regen halten sie von ihrer Tätigkeit nicht ab.

 

In Deutschland gibt es ca. 560 Wildbienenarten. Davon sind ca. 5,5 % akut vom Aussterben bedroht und 35,2 % gelten als stark gefährdet.

 

Wie kann ich helfen?

Jeder kann durch relativ einfache Maßnahmen das Überleben sowohl der Honig- als auch der Wildbienen unterstützen:

 

1. Im Garten möglichst vielfältige einheimische Blumen (auch auf dem Balkon), Sträucher und Bäume pflanzen.

 

2. Ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung drängen, gezielt z.B. bienenfreundliche Blühstreifen und Streuobstwiesen anzulegen.

 

3. Nisthilfen für Wildbienen aufstellen.

Leider entsprechen viele im Handel erhältliche sogenannte Bienenhotels nicht dem, was die Tiere wirklich brauchen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, einer Bohrmaschine  und scharfen Bohrern (Duchmesser 3, 4, 5, 6 und 8 mm) sowie trockenem Holz (Buche, Eiche, Kastanie, Obstbaumholz etc.) können Sie sie auch selber bauen. Bitte beachten Sie, dass alle Nadelhölzer NICHT geeignet sind.

Genaue Anleitung, Tipps und Hinweise zum Selbstbau finden Sie im Internet.

 

4. Honig aus der Stadt oder Region kaufen.

Damit unterstützen Sie die lokalen Imker (meistens Hobbyimker), die die Arbeit zum Erhalt der Bienen leisten.

 

5. Die Verbreitung von Bienenkrakkheiten stoppen, indem Sie nur gut ausgespülte Honig-Einweggläser zum Altglas geben.

 

6. Verzichten Sie möglichst ganz auf den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in Ihrem Garten.

 

Weiter Informationen, Tipps und auch Blumenmischungen finden Sie unter

www.bienenretter.de